HH

Bündnisse gegen das Polizeigesetz

Chronologie

  • Noch 2019: Gesetz mit weiteren Verschärfungen soll verabschiedet werden
  • Ankündigung einer Demo für den 15.11.2019, 17.00 Uhr Hansaplatz
  • 19.9.2019 Anhörung in der Bürgerschaft zu neuem Gesetzesentwurf
  • Juli 2019 Neuer Gesetzesentwurf mit Verschärfungen
  • 8.12.2016 Letzte Gesetzesverschärfung (SPD+Grüne)

Inhalt

Waffen

Als Waffen sind Schlagstock, Taser (Distanz-Elektroimpulsgerät) und Schusswaffen zugelassen. Als Hilfsmittel der körperlichen Gewalt können Fesseln, Wasserwerfer, Hunde, Reiz- und Betäubungsstoffe und Sprengmittel eingesetzt werden.

Überwachung

Neu eingeführt werden soll:

Bereits erlaubt:

  • Quellen-Telekommunikationsüberwachung mit Staatstrojaner
  • Bodycams
  • umfangreiche Videoüberwachung

Kontrollen

Personalien können allgemein zur Gefahrenabwehr festgestellt werden. Neu eingeführt werden soll 2019 eine gezielte Kontrolle, bei der Personen ausgeschrieben werden, wenn die „Gesamtwürdigung der Person und der von ihr begangenen Straftaten“ oder „Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass die Person Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen wird“. Diese Personen dürfen dann auch durchsucht werden. Wer so eingestuft wird, entscheidet die Polizei.

„Gefährder“

2019 geplant:

  • Elektronische Fußfessel: Bei drohender Gefahr terroristischer Straftat, max 3 Monate, beliebig verlängerbar (mit Gerichtsbeschluss)

Bisher schon:

  • Vorübergehende Platzverweise von einem Ort
  • Aufenthaltsverbote für bis zu sechs Monate bei Verdacht auf Straftat
  • Kontaktverbot zur Abwehr von Gefahr für Leib, Leben, Freiheit der kontaktierten Person
  • Polizeiliche Begleitung bei Sexualdelikten mit vorheriger Sicherheitsverwahrung

Gewahrsamsregelungen

Neu kommen soll:

  • Die Polizei darf Lichtbilder von Personen in einer Gefangensammelstelle machen für die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung im Gewahrsam oder zur Identitätsfeststellung

Schon gültig:

  • zum Eigenschutz oder zur Verhütung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten, auch wenn Person früher in vergleichbarer Lage als Störer in Erscheinung trat und bei Nichtbefolgen eines Platzverweises oder Aufenthaltsgebot
  • Minderjährige können in Gewahrsam genommen werden um sie Jugendamt oder Sorgeberechtigten zu übergeben
  • unverzüglich richterliche Entscheidung nötig
  • Person darf andere benachrichtigen
  • bis zu 10 Tagen (mit Gerichtsbeschluss) zur Abwehr von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten oder bei Verstoß gegen Aufenthaltsverbot oder Kontaktverbot, bis zu 2 Tage sonst
  • Personalienfeststellung 12 Stunden
  • Es dürfen zwangsweise Beruhigungsmittel verabreicht werden
  • Es darf zwangsweise ernährt werden, wenn die Person Nahrungsaufnahme verweigert.